Geschichte der Bruderschaft
1415
Nachweislich und urkundlich belegtes Bestehen der Bruderschaft seit vor 1415 (Urkunde bestätigt enormes Vermögen der Bruderschaft in 1415, deshalb sollte das Gründungsjahr weit vor dieser Zeit liegen).
1424
Die Bruderschaft wird urkundlich erwähnt.
1793
In der Französischen Revolution wurde die Bruderschaft verboten und sämtliches Eigentum zum Nationaleigentum erklärt.
1821
Die Bruderschaft lebte wieder auf.
1886
Erstes öffentliches Schützenfest der Bruderschaft nach dem „Kulturkampf“.
1919
Nach dem 1. Weltkrieg mussten alle Säbel und Waffen abgegeben werden.
Erst 1921 konnte wieder ein Schützenfest gefeiert werden.
1926
Auf Beschluss des Stadtrates wird im Westen der Stadt eine Straße nach der Bruderschaft benannt; die Sebastianusstraße.
1930
Der Höhepunkt bildete die 500-Jahrfeier, die durch die Besatzung erst später gefeiert werden konnte. In der Generalversammlung am 05. Oktober 1930 wurde der Entwurf der Präsidentenkette
von Paul Dietsch genehmigt und Paul Dietsch mit der Ausführung beauftrag. Jedes Mitglied des Vorstandes bezahlte sein Schild, das in der Prägung die Symbole seines Berufes zeigt.
1931
Bildung der Jungschützengruppe unter Führung des Lehrers Willi Wagner.
1936
Immer mehr machte sich die Machtergreifung des NS-Regimes bemerkbar. Am 06. März 1936 wurde die Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus von der Geheimen Staatspolizei aufgelöst und das Erscheinen der Vereinszeitung untersagt. Die Bruderschaften mussten sich entscheiden, ob sie rein kirchliche Bruderschaften werden oder ob sie dem Deutschen Schützenbund beitreten würden. Die Bruderschaft hatte sich bei dem Deutschen Schützenbund angemeldet.
1937
Am 20.02.1937 fand unter Leitung des Kreisführers Polke aus Bonn eine Sitzung der Schützenvereine des Kreises Euskirchen statt. Bei der Besprechung der neuen Satzungen wurde gesagt:
„Vereine mit Bindungen klassentrennender oder konfessioneller Art werden nicht aufgenommen.“
Nach dieser Feststellung hat die Bruderschaft die Anmeldung zum Deutschen Schützenbund am 03. März 1937 zurückgenommen, auf jegliches Sportschießen verzichtet und die Bruderschaft als rein konfessionell erklärt.
1938-1947
Bericht des Rendanten Lambertz über die letzten 10 Jahre Unsere alten, wertvollen Fahnen sowie unsere Jungschützenfahne und das Bezirksbanner der Bruderschaften sind in der Pfarrkirche St. Martin aufbewahrt und unversehrt gerettet worden.
Ebenso sind unsere wertvollen Ketten und Silbersachen sowie die Akten unserer Bruderschaft in unserem Geldschrank in der Sakristei der St. Martinspfarrkirche aufbewahrt und unversehrt erhalten geblieben.
Nur unsere Gewehre und schweren Büchsen sind zerstört und in Verlust geraten. Bei Beerdigungen und Exequien der verstorbenen Mitglieder und deren Frauen wurden zwei Begräbnisfahnen getragen und die Exequiengebühren entweder an die Pfarre bezahlt oder an die Familien erstattet.
1933 war der Mitgliederbestand 640. Davon sind ca. 160 Mitglieder ausgeschieden, die glaubten, nicht mehr Mitglied in der Bruderschaft bleiben zu können.
Rund 200 Mitglieder sind in den 12 Jahren verstorben, davon leider 11 durch Bombenangriffe und durch Granaten beim Näherrücken der Front.
5 Mitglieder sind in der Evakuierung verstorben.
43 Mitglieder standen bei der Wehrmacht. Davon sind leider 4 Mitglieder und 4 Jungschützen gefallen.
10 Mitglieder von diesen Wehrmachtsangehörigen sind noch vermisst bzw. noch nicht zurückgekehrt.
Am 02.04.1938 starb unser langjähriger Rendant Peter Distenich. Ihm folgte am 29.04.1941 der verdienstvolle Ehrenpräsident Jakob Esser ins himmlische Reich.
1947
Am Sonntag, dem 26. Januar, wurde das diesjährige Patronatsfest im üblichen alten Rahmen gefeiert. Die Mitgliederzahl betrug 288.
1948
Am 01.01.1948 beschloss der Vorstand, nachdem die Militär-Regierung die Bruderschaft anerkannt hatte, nun alle Feste in alter Form wieder zu feiern.
Am 12. September war nach 12 Jahren Pause das Schützenfest. Rendant Josef Lambertz wurde König.
1949
Auf Grund der im Schloss Gracht befindlichen Urkunde von 1424 konnte im Jahre 1949 das 525jährige Bestehen gefeiert werden.
Auf der Generalversammlung wurde beschlossen, eine neue Standarte anzuschaffen.
Nachdem von dem König der Betrag von DM 950,- durch freiwillige Spenden gesammelt wurde, konnte in der Vorstandssitzung am 29.03.1949 die neue Standarte bestellt werden.
Am Sonntag, den 20. Juni 1949 wurde im feierlichen Hochamt durch Dechant Schelauske die neue Standarte gesegnet.
1950
Am 10. März 1950 ist der langjähriger Kommandant Wilhelm Schmitz verstorben.
1952
Die Stadt Euskirchen besteht in diesem Jahr 650 Jahre. Aus diesem Anlass ist auch die Bruderschaft angesprochen, bei dem Trachtenzug der einzelnen Berufsgruppen mitzumachen.
Am 10. März ist unser Jubilar und Mitglied, der Ehrenbahnenmeister Matthias Eschweiler, verstorben. Seit 1899 war er Mitglied.
Am 18. November verstarb Präsident Josef Farber infolge eines Schlaganfalls im Alter von 64 Jahren.
Eine außerordentliche Generalversammlung wurde zum 21. Dezember vom 1. Bahnenmeister Heinrich Esser einberufen, um anstelle des verstorbenen Präsidenten einen neuen zu wählen.
Mit 71 Stimmen von 95 anwesenden Mitgliedern wurde der Jungschützenführer Willi Wagner gewählt und vom geistlichen Präses Dechant Schelauske auf sein neues Amt mit Handschlag verpflichtet.
1954
In der Vorstandssitzung am 09. Februar schlug der Präsident vor, zur Verschönerung der Aufzüge der Bruderschaft, eine Ehrengruppe von 8 Schützen zu bilden.
Durch freiwillige Spenden ermöglicht, konnte der Präsident in der Vorstandssitzung am 11. März sagen, dass die Ausrüstung der Ehrengruppe vollständig und die Bruderschaftskasse mit keinem Pfennig belastet ist.
1956
Am 14. Oktober wurde das von dem Jungschützenmeister Hubert Schruff sehr gut geleitete 25jährige Bestehen der Jungschützengruppe gefeiert.
1957
Am 31. März verstarb unser langjähriger Präses Ehrendechant Schelauske.
Der damalige Bürgermeister Josef Blaß machte den Vorschlag, das jetzige Gelände zu einem Schützenplatz auszubauen.
Es wurde von der Bruderschaft in Erbbaupacht auf 30 Jahre durch notariellen Vertrag mit der Stadt genommen.
Mit den Bauarbeiten begann man sofort. Nach dem Erdbewegungen wurde durch die Firma Blaß mit dem Bau der Halle begonnen.
Das Schützenfest wurde verlegt auf den 01.09.1957 und mit dem Bezirksschützenfest gefeiert.
Es war eine Freude zu sehen, mit welchem Idealismus und aufopferndem Eifer 38 Schützen an dem Platz arbeiteten.
Nur der kameradschaftlichen, selbstlosen Ausdauer ist es zu verdanken, dass die Einweihung des Schießplatzes noch vor dem 01.09. möglich wurde.
Tieferschüttert traf die Bruderschaft die Nachricht von dem plötzlichen Tod des langjährigen 1. Bahnenmeisters und stellv. Präsidenten Heinrich Esser, der im Alter von 66 Jahren infolge eines Schlaganfalls am 18. November verstorben ist.
1958
Am 15. Juni fand ein Freundschaftsschießen mit der Namslauer Schützengilde statt, die hier zum 1. Male wieder ihren König schießen konnten.
Alle 2 Jahre soll dieses Heimattreffen mit Königsschießen stattfinden.
Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft hat die Patenschaft über die Namslauer Schützengilde übernommen.
1959
Der Zentralverband hatte auf Bitten des Bundesmeisters Wagner beschlossen, das VII. Bundeskönigsschießen in einer Kleinstadt, in Euskirchen, abzuhalten.
Schon im August wurde mit den Vorbereitungen begonnen. Mit Hilfe des Bezirksverbandes wurde das Fest bis ins Kleinste organisiert.
Schirmherr war Kardinal Frings. Über 100 Könige nahmen am Schießen teil.
In drei Säulen kamen die Schützen an der Tribüne vorbei und zogen dann zum Sportplatz zur großen Kundgebung.
Aus ganz Deutschland kamen die Schützen nach Euskirchen; ca. 6.000 nahmen am Festzug teil.
1960
Bei der Generalversammlung am 9. Mai 1960 wurde der Bruderschaft von Oberkreisdirektor Dr. Verbeek eine Urkunde vom Jahre 1415 überreicht.
Damit ist nachgewiesen, dass unsere Bruderschaft schon vor 1415 bestand.
Am 09.11. wurde der Erbpachtvertrag mit der Stadt über unser Schießgelände notariell beurkundet.
1966
550 Jahre St. Sebastianus Bruderschaft Euskirchen. Es findet unter anderem eine Ausstellung im Casino statt.
1967
Am 26.06.1967 verstarb der Landwirt Jakob Rath. In dessen vom 04.01.1966 handschriftlichen Testament vermachte er der St. Seb. Bruderschaft Euskirchen das Grundstück „Flur 23 Nr. 13, Ackerland, Im Bruch,“ 7461 qm groß. Mit Vertrag vom 10.10.1968 wurde der Erbpachtvertrag zwischen der Stadt Euskirchen und der St. Seb. Bruderschaft Euskirchen gegen Tausch des zuvor genannten Grundstückes sowie einer Zahlung der Stadt Euskirchen in Höhe von 4.500,00 DM an die Bruderschaft aufgehoben.
Somit ist das Grundstück, auf dem die Schützenhalle steht, Eigentum der St. Sebastianus Bruderschaft Euskirchen
1972
Einbau einer Zwischendecke in der Schützenhalle und Verlegung der Luftgewehranlage als mobile Anlage in die Schützenhalle.
1974
Präsident Wilhelm Wagner stirbt im Amt. Als Nachfolger wird Albert Gissinger gewählt.
1981
Präsident Albert Gissinger stirbt im Amt. Als Nachfolger wird Jakob Henk gewählt.
Die Jungschützen feiern ihr 50jähriges Bestehen.
1988
Präsident Jakob Henk tritt zurück. Als sein Nachfolger wird Hermann-Josef Bollig gewählt.
1990
Die Bruderschaft feiert ihr 575-jähriges Bestehen.
1995
Fertigstellung und Einweihung der neuen Luftgewehrhalle und umgebauten Schützenhalle am 16.12.1995.
2002
Bezirksschützenfest des Bezirksverbandes Euskirchen anlässlich „700 Jahre Stadt Euskirchen“
2003
Präsident Hermann-Josef Bollig tritt nicht mehr als Präsident an. Als sein Nachfolger wird Ernst-Dieter Metz gewählt.
2006
Präsident Ernst-Dieter Metz stirbt im Amt. Bis zur Neuwahl führt der geschäftsführende Vorstand die Geschäfte fort.
2007
Arno Guthausen wird als neuer Präsident gewählt.
2012
Verabschiedung des Pfarrers und Präses Monsignore Bernhard Auel (Präses v. 1995 – 2012)
2013
Einführung von Pfarrer Max Offermann als Präses der Bruderschaft.
2014
Am 11.01.2014 verstarb plötzlich und unerwartet der 1. stellv. Präsident und Ehrenkommandant Georg Hutter.
2015
Kaiser Heinz Dieter Werner erreicht treffsicher den Titel des Bezirkskönigs.
Die Bruderschaft feiert anlässlich ihres 600jährigen Bestehens das Bezirksschützenfest.
2016
Die Kleinkaliberanlage wird nach mehrjähriger sicherheitstechnischen Umbaumaßnahmen wieder in Betrieb genommen.
2019
Nach langer Krankheit stirbt am 21.05.2019 Jakob Henk (Präsident von 1981 bis 1988).